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Regeln für Völkerball: So wird gespielt, plus Varianten
Die Regeln für Völkerball kennen die meisten aus der Schulzeit, aber fast jede Turnhalle spielt nach einer etwas anderen Version. Mal hat der König drei Leben, mal nur eins, und ob ein Kopftreffer zählt, entscheidet oft der lauteste Schüler. Deshalb vorweg die Grundregeln, auf die sich so gut wie jede Gruppe einigen kann, danach die beliebtesten Varianten und zum Schluss die Frage, warum das Spiel in vielen Schulen inzwischen anders heißt.
Die Regeln für Völkerball im Überblick
Beim Völkerball versuchen zwei Mannschaften, die Spieler der anderen Mannschaft mit einem Ball abzuwerfen, bis im gegnerischen Feld niemand mehr steht. Wer getroffen wird, verlässt das eigene Feld und spielt von außen weiter. Gewonnen hat die Mannschaft, die zuerst alle Gegner abgeworfen hat, oder bei Zeitspiel die Mannschaft, die nach Ablauf der Zeit mehr Spieler im Innenfeld hat.
Die wichtigsten Regeln in Kurzform:
- Das Spielfeld ist in zwei gleich große Hälften geteilt. Jede Mannschaft hat ihr Innenfeld und hinter der gegnerischen Hälfte ein Außenfeld.
- Zu Beginn steht pro Mannschaft ein Spieler im Außenfeld, oft König oder Kaiser genannt. Alle anderen stehen im Innenfeld.
- Ein Spieler ist getroffen, wenn ihn der Ball direkt aus der Luft trifft, also bevor er den Boden, die Wand oder einen anderen Spieler berührt hat.
- Wer getroffen wurde, geht ins Außenfeld der eigenen Mannschaft und darf von dort aus weiter werfen.
- Fängt ein Spieler den Ball, bevor er den Boden berührt, ist er nicht getroffen.
- Die Mittellinie darf niemand übertreten. Wer es trotzdem tut, verliert den Ball an die Gegenseite.
- Ist das eigene Innenfeld leer, kommt der König ins Feld und spielt bis zum Schluss mit.
Mehr braucht es für ein erstes Spiel nicht. Ob der König mehrere Leben hat oder Kopftreffer zählen, spricht man am besten vor dem Anpfiff ab. Aus Erfahrung entsteht beim Völkerball fast jeder Streit aus Regeln, die jeder ein bisschen anders im Kopf hat, und kaum einer aus echten Fouls.
Spielfeld, Mannschaften und Ball
Völkerball braucht kein Spezialfeld, für Schulklassen passt ein Volleyballfeld von neun mal achtzehn Metern. In größeren Hallen funktioniert auch ein Basketballfeld, und auf der Wiese tun es auch Hütchen oder ein paar Jacken als Linien. Die Mittellinie teilt das Feld in zwei Innenfelder. Hinter jeder Grundlinie und oft auch an den Seitenlinien liegt das Außenfeld, aus dem die abgeworfenen Spieler weiterspielen.
Die Mannschaften sollten etwa gleich groß sein. Richtig Spaß macht es ab etwa sechs Spielern pro Seite, und nach oben ist kaum eine Grenze gesetzt, solange im Feld noch Platz zum Ausweichen bleibt. Bei mehr als fünfzehn Spielern pro Team wird es eng, dann lohnt sich ein zweiter Ball oder ein größeres Feld.
In Schulen und Vereinen hat sich ein weicher Schaumstoffball durchgesetzt, der sogenannte Softball. Er ist leicht genug, um niemanden zu verletzen, fliegt aber stabil genug, um gezielt zu werfen. Ein harter Volleyball oder gar ein Basketball hat beim Völkerball nichts verloren, schon gar nicht, wenn Kinder mitspielen. Mit einem zu harten Ball wird aus dem Spiel sonst schnell eine Mutprobe.
Treffer, Fangen und der König im Detail
Ein Treffer zählt nur, wenn der Ball einen Spieler direkt und ohne Bodenkontakt trifft. Prallt der Ball vom Boden oder von der Wand ab, ist er harmlos. Trifft er zwei Spieler hintereinander, ist in der Regel nur der erste getroffen. Ob der zweite ebenfalls raus muss, legt die Gruppe fest.
Über Kopftreffer wird seit Generationen gestritten. In den meisten Schulen und Kindergruppen zählen sie nicht, damit niemand absichtlich auf den Kopf zielt. Der getroffene Spieler bleibt im Feld, manchmal muss der Werfer zur Strafe ins Außenfeld. Erwachsene sehen das oft lockerer, trotzdem würden wir die Regel „kein Kopf“ jeder Gruppe empfehlen.
Die beste Verteidigung ist Fangen, auch wenn es Überwindung kostet. Wer den Ball sauber fängt, ist nicht nur sicher, sondern hat auch sofort den Ball für den eigenen Wurf. In manchen Varianten muss außerdem der Werfer ins Außenfeld, wenn sein Ball gefangen wird. Das belohnt mutiges Fangen und bestraft wildes Werfen.
Der König oder Kaiser ist die Rückversicherung der Mannschaft. Er beginnt im Außenfeld und darf von dort aus Gegner abwerfen. Sobald der letzte Spieler seines Teams getroffen wurde, wechselt er ins Innenfeld. Häufig hat er dann drei Leben, er muss also dreimal getroffen werden, bevor das Spiel verloren ist. So hat eine Mannschaft, die schon fast verloren hat, noch eine echte Chance, und gerade die Schlussphase wird dadurch oft am spannendsten.
Auch das Zurückkommen ins Innenfeld ist in vielen Gruppen erlaubt. Wer im Außenfeld steht und einen Gegner abwirft, darf in einer verbreiteten Variante zurück ins eigene Feld. Dadurch bleibt mehr Bewegung im Spiel, und niemand steht zu lange draußen.
Taktik: So gewinnt man beim Völkerball
Beim Völkerball gewinnt selten die Mannschaft mit den härtesten Würfen, sondern meist die, die den Ball klug zwischen Innen- und Außenfeld wandern lässt. Wer das einmal verstanden hat, spielt plötzlich ein ganz anderes Spiel.
Der wichtigste Trick ist das Zuspiel ins Außenfeld. Die Gegner stehen fast immer mit dem Gesicht zum Ball. Wird der Ball schnell zu einem Mitspieler hinter ihrem Feld gepasst, müssen sie sich umdrehen, und genau in diesem Moment sind sie am leichtesten zu treffen. Gute Teams spielen den Ball deshalb zwei-, dreimal hin und her, bevor jemand wirft.
Beim Werfen gilt, dass Füße und Knie schwerer auszuweichen sind als Oberkörper. Ein flacher, schneller Wurf in Richtung Beine trifft häufiger als ein hoher Bogen, den der Gegner kommen sieht und womöglich fängt. Wer zielt, sucht sich außerdem jemanden aus, der gerade nicht hinschaut oder am Rand steht und nicht mehr ausweichen kann.
In der Verteidigung hilft es, nicht rückwärts zur Grundlinie zu flüchten. Wer ganz hinten steht, steht direkt vor dem gegnerischen Außenfeld und wird von dort aus der Nähe abgeworfen. Besser ist ein Platz in der Mitte des eigenen Feldes, mit etwas Abstand zu den Mitspielern, damit ein Ball nicht zwei Leute auf einmal erwischt. Wer sicher fangen kann, stellt sich nach vorn. Die anderen bleiben dahinter und weichen aus.
Und schließlich der König. Viele Teams schicken ihren besten Werfer ins Außenfeld, weil er dort am meisten Schaden anrichtet. Das kann sich rächen, wenn er am Ende mit drei Leben allein im Feld steht und besser fangen als werfen müsste. Ein guter Fänger als König ist oft die klügere Wahl.
Taktik: So gewinnt man beim Völkerball
Beim Völkerball gewinnt selten die Mannschaft mit den härtesten Würfen, sondern meist die, die den Ball klug zwischen Innen- und Außenfeld wandern lässt. Wer das einmal verstanden hat, spielt plötzlich ein ganz anderes Spiel.
Der wichtigste Trick ist das Zuspiel ins Außenfeld. Die Gegner stehen fast immer mit dem Gesicht zum Ball. Wird der Ball schnell zu einem Mitspieler hinter ihrem Feld gepasst, müssen sie sich umdrehen, und genau in diesem Moment sind sie am leichtesten zu treffen. Gute Teams spielen den Ball deshalb zwei-, dreimal hin und her, bevor jemand wirft.
Beim Werfen gilt, dass Füßen und Knien schwerer auszuweichen ist als einem Wurf auf den Oberkörper. Ein flacher, schneller Wurf in Richtung Beine trifft häufiger als ein hoher Bogen, den der Gegner kommen sieht und womöglich fängt. Wer zielt, sucht sich außerdem jemanden aus, der gerade nicht hinschaut oder am Rand steht und nicht mehr ausweichen kann.
In der Verteidigung hilft es, nicht rückwärts zur Grundlinie zu flüchten. Wer ganz hinten steht, steht direkt vor dem gegnerischen Außenfeld und wird von dort aus der Nähe abgeworfen. Besser ist ein Platz in der Mitte des eigenen Feldes, mit etwas Abstand zu den Mitspielern, damit ein Ball nicht zwei Leute auf einmal erwischt. Wer sicher fangen kann, stellt sich nach vorn, und die anderen bleiben dahinter und weichen aus.
Bleibt der König. Viele Teams schicken ihren besten Werfer ins Außenfeld, weil er dort am meisten Schaden anrichtet. Das kann sich rächen, wenn er am Ende mit drei Leben allein im Feld steht und eigentlich fangen statt werfen müsste. Ein guter Fänger als König ist oft die klügere Wahl.
Beliebte Varianten
Von Völkerball gibt es Dutzende Varianten, und für Schulklassen sind sie oft die bessere Wahl als das klassische Spiel. Bekannt sind vor allem diese:
- Rettungsvölkerball. Abgeworfene Spieler setzen sich ins Außenfeld oder stellen sich in einen Reifen und können von der eigenen Mannschaft befreit werden, etwa durch einen gefangenen Ball oder einen Pass. Niemand ist lange draußen.
- Kegelvölkerball. Jede Mannschaft hat hinter ihrem Feld einen oder mehrere Kegel. Wer den gegnerischen Kegel umwirft, holt einen Punkt oder befreit einen eigenen Spieler. Das bringt eine taktische Ebene ins Spiel.
- Vier-Jahreszeiten-Völkerball. Gespielt wird mit vier Mannschaften auf vier Feldern, die wie ein Kreuz angeordnet sind. Jedes Team kann jedes andere angreifen, was das Spiel schneller und unübersichtlicher macht.
- Jägerball oder Zombieball. Es gibt keine festen Mannschaften. Jeder darf jeden abwerfen, Getroffene setzen sich hin und dürfen wieder mitspielen, sobald derjenige getroffen ist, der sie abgeworfen hat.
- Mehrere Bälle. Mit zwei oder drei Bällen gleichzeitig wird das Spiel deutlich schneller, und auch schüchterne Spieler kommen häufiger an den Ball.
Allen Varianten ist gemeinsam, dass niemand lange untätig am Rand steht. Genau an diesem Punkt setzt die Kritik am klassischen Völkerball an.
Warum Völkerball umstritten ist
Völkerball ist umstritten, weil die schwächeren Spieler meist zuerst ausscheiden und dann lange am Rand stehen, während die Stärkeren das Spiel unter sich ausmachen. Wer heute über Völkerball spricht, erinnert sich oft weniger an spannende Duelle als an das Gefühl, als Erster abgeworfen oder als Letzte in eine Mannschaft gewählt worden zu sein.
Besonders deutlich formulierten es 2019 Forscherinnen aus Kanada um die Sportpädagogin Joy Butler von der University of British Columbia. Sie bezeichneten das amerikanische Dodgeball, das dem Völkerball sehr ähnlich ist, auf einer Fachkonferenz als eine Form von legalisiertem Mobbing, weil es Menschen zur Zielscheibe mache. Die Aussage löste in Nordamerika und Europa eine heftige Debatte aus. Die Gegenseite hält dagegen, dass Kinder beim Völkerball Werfen und Fangen lernen und dass Verlieren nun einmal zum Sport gehört.
Dazu kommt der Name. In vielen Schulen heißt das Spiel inzwischen Zweifelderball. Der Begriff Völkerball wird von manchen mit Kriegen zwischen Völkern verbunden, auch wenn seine Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Belegt ist, dass das Spiel in deutschen Schulen seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist. Verboten ist der alte Name nirgends, die neue Bezeichnung hat sich vor allem in Lehrplänen und Sportbüchern durchgesetzt.
Ganz abschaffen will das Spiel trotzdem kaum jemand, und die meisten Sportlehrer setzen inzwischen auf Varianten, in denen niemand dauerhaft ausscheidet, und auf weiche Bälle. So bleibt, was am Völkerball gut ist, nämlich ein einfaches, schnelles Spiel, das fast jeder sofort versteht.
Tipps für ein faires Spiel
Ob ein Völkerballspiel fair abläuft, entscheidet sich meist schon vor dem Anpfiff, und wer die folgenden Punkte klärt, spart sich den Streit danach.
- Mannschaften nicht durch Wählen bilden, sondern auslosen oder abzählen.
- Vorher festlegen, ob Kopftreffer zählen, wie viele Leben der König hat und ob Abgeworfene zurückkommen dürfen.
- Einen weichen Ball verwenden und bei jüngeren Kindern nur unterhalb der Schulter werfen lassen.
- Spielzeit begrenzen, etwa auf fünf bis acht Minuten pro Runde, und danach neu mischen.
- Eine Rückkehrregel einbauen, damit niemand die halbe Stunde am Rand verbringt.
Für Kindergeburtstag, Ferienlager oder Firmenfest im Park gibt es kaum ein unkomplizierteres Spiel. Ein Ball, ein paar Markierungen, zehn Leute, und es kann losgehen.
Häufige Fragen zu den Regeln für Völkerball
Warum wird Völkerball nicht mehr gesagt? In vielen Schulen heißt Völkerball heute Zweifelderball, weil manche den alten Namen mit Kriegen zwischen Völkern verbinden. Die Herkunft des Begriffs ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Verboten ist der Name nicht, die neue Bezeichnung hat sich vor allem in Lehrplänen durchgesetzt.
Welche Regeln gelten beim Kegelvölkerball? Beim Kegelvölkerball gelten die normalen Völkerballregeln, zusätzlich steht hinter jedem Feld ein Kegel. Wer den gegnerischen Kegel umwirft, holt je nach Absprache einen Punkt oder befreit einen eigenen Spieler aus dem Außenfeld. Den eigenen Kegel darf man verteidigen, aber nicht festhalten.
Wie wird Vier-Jahreszeiten-Völkerball gespielt? Beim Vier-Jahreszeiten-Völkerball spielen vier Mannschaften auf vier Feldern, die kreuzförmig angeordnet sind. Jedes Team darf jedes andere abwerfen. Getroffene Spieler gehen in das Außenfeld und spielen von dort weiter. Gewonnen hat die Mannschaft, die als letzte noch Spieler im Feld hat.
Zählt beim Völkerball ein Kopftreffer? In den meisten Schulen und Kindergruppen zählt ein Kopftreffer nicht, der getroffene Spieler bleibt im Feld. Manchmal muss der Werfer zur Strafe ins Außenfeld. Bei Erwachsenen wird das unterschiedlich gehandhabt, deshalb sollte man die Regel vor Spielbeginn festlegen.