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Mode für Frauen ab 50: Was im Kleiderschrank wirklich zählt
Mode für Frauen ab 50 wird gern als Liste von Verboten verkauft, nicht zu kurz, nicht zu bunt und bloß keine Leggings. Mit dem Alter haben die meisten dieser Regeln wenig zu tun. Mit dem Einkauf dafür umso mehr, denn wer über 50 ist, kennt den eigenen Stil meist recht genau und ärgert sich eher über Größen, die nicht mehr passen, über Pullover, die nach drei Wäschen aufgeben, und über einen Schrank voller Teile, die sich nicht kombinieren lassen.
Mode für Frauen ab 50: keine Altersregeln, aber andere Prioritäten
Für Mode ab 50 gibt es keine festen Regeln, wohl aber Dinge, die wichtiger werden, nämlich Passform, Material und die Frage, ob ein Teil zum Rest der Garderobe passt. Ob ein Kleid über oder unter dem Knie endet, entscheidet die Frau, die es trägt. Das Geburtsjahr hat dabei nichts zu sagen.
Was sich tatsächlich ändert, ist der Blick auf den Kauf. Die Lust auf Experimente, die nach einer Saison im Altkleidersack landen, lässt bei vielen nach. Man weiß inzwischen, welche Hosen man wirklich trägt und welche nur gut aussahen, solange sie an der Stange hingen. Dazu kommen ganz praktische Dinge. Der Körper verteilt sich anders als mit 30, die Haut reagiert empfindlicher auf kratzige Fasern, und wer viel unterwegs ist, will Schuhe, in denen man auch nach sechs Stunden noch laufen kann.
Eine Uniform folgt daraus nicht, eher eine andere Reihenfolge der Fragen. Sitzt es, und hält es auch? Erst danach kommt die Frage, ob es gerade modern ist und in diese Saison gehört. Wer so einkauft, kann Trends mitnehmen, ohne sich nach ihnen zu richten. Ein weit geschnittener Anzug, ein Midirock aus Satin oder Sneaker zum Mantel funktionieren mit 55 genauso gut wie mit 25, solange Schnitt und Material stimmen.
Warum Kleidung ab 50 oft anders sitzt
Kleidung sitzt ab 50 häufig schlechter, weil Konfektionsgrößen auf Durchschnittsmaßen beruhen und sich die Proportionen mit den Jahren verschieben. Die Größentabellen der Hersteller gehen auf Reihenmessungen zurück, bei denen Tausende Menschen vermessen werden. Die bislang letzte große Erhebung in Deutschland, SizeGERMANY, lief von 2007 bis 2009 und erfasste rund 13.000 Personen. Frauen waren damals im Schnitt an Taille und Hüfte kräftiger, als die alten Tabellen angenommen hatten.
Hinzu kommt, dass jede Marke ihre Größen etwas anders auslegt und viele Kollektionen auf eine jüngere Kundschaft zugeschnitten sind. Nach den Wechseljahren weitet sich typischerweise die Taille, während Beine und Arme schmal bleiben. Die Hose passt dann an der Hüfte und steht am Bund ab, oder sie passt am Bund und schlackert an den Beinen. Bei Blusen sitzen die Schultern, aber die Knopfleiste spannt über der Brust.
Beim Anprobieren hilft deshalb ein anderer Blick als früher.
- Nach der breitesten Stelle kaufen. Ein Teil, das an der weitesten Stelle passt, lässt sich an den schmaleren enger machen. Andersherum geht es fast nie.
- Größen verschiedener Marken nicht vergleichen. Eine 40 bei der einen Marke kann bei der anderen einer 38 oder 42 entsprechen. Das eigene Maßband ist zuverlässiger als das Etikett.
- Auf Kurz- und Langgrößen achten. Viele Hosen gibt es in Kurzgrößen, etwa 19 statt 38, und in Langgrößen wie 76 statt 38. Wer kleiner als 1,65 Meter ist, spart sich damit oft das Kürzen.
- Sitzen, bücken, Arme heben. Was im Stehen gut aussieht, kann im Auto oder am Schreibtisch kneifen, und die Umkleide ist der richtige Ort, das herauszufinden.
Zwei Bereiche werden dabei gern übersehen. Der erste ist der BH. Brustumfang und Unterbrustweite ändern sich mit Gewicht und Hormonen, und ein BH, der vor zehn Jahren gepasst hat, sitzt heute oft zu locker im Band oder zu eng im Körbchen. Eine Beratung im Fachgeschäft kostet nichts und verändert, wie Blusen und Strick fallen, oft mehr als jedes neue Oberteil. Der zweite sind die Füße. Sie werden mit den Jahren häufig breiter und flacher, weshalb die alte Schuhgröße beim Kauf nur ein grober Anhaltspunkt ist.
Stoffe und Verarbeitung: woran man Qualität erkennt
Gute Kleidung erkennt man meist schon im Laden, und zwar an Stoff und Nähten, nicht am Preis. Teure Teile sind nicht automatisch gut gemacht, günstige nicht automatisch schlecht, und ein kurzer Check dauert keine zwei Minuten.
Beim Stoff lohnt sich zuerst der Blick auf das Etikett mit der Materialangabe. Baumwolle, Leinen, Wolle und Seide lassen Luft durch und fühlen sich angenehm auf der Haut an, was bei Hitzewallungen einen echten Unterschied macht. Viskose ist weich und fällt schön, verliert in einfacher Qualität nach einigen Wäschen aber die Form. Ein Elasthananteil von zwei bis drei Prozent gibt Jeans und Hosen Bewegungsfreiheit. Liegt er deutlich höher, leiert der Stoff an Knien und Po schneller aus. Reines Polyester ist pflegeleicht, hält aber Wärme und nimmt Gerüche an.
Die Verarbeitung verrät der Blick nach innen.
- Nähte sollten gerade und dicht gesteppt sein. Wer den Stoff an der Naht leicht auseinanderzieht und Lücken sieht, hat ein Teil in der Hand, das nicht lange hält.
- Muster treffen bei sorgfältig genähten Teilen an den Nähten aufeinander, Streifen etwa an der Seitennaht.
- Futter lässt Blazer und Röcke besser fallen und schont den Oberstoff.
- Knöpfe sollten fest sitzen. Ersatzknöpfe im Innenteil sind ein gutes Zeichen.
- Strick gegen das Licht halten. Gleichmäßig dicht gestrickte Maschen fusseln weniger und behalten ihre Form.
Eine Grundgarderobe, die sich kombinieren lässt
Eine Grundgarderobe ist eine überschaubare Zahl von Teilen, die sich untereinander fast beliebig kombinieren lassen und den Großteil des Alltags abdecken. Mit Minimalismus als Lebensprogramm hat das nichts zu tun. Es spart Geld und morgendliches Grübeln, weil jeder Neukauf etwas hat, woran er anschließen kann.
Welche Teile dazugehören, hängt vom eigenen Alltag ab. Wer im Büro arbeitet, braucht anderes als jemand, der viel im Garten ist oder mit den Enkeln auf dem Spielplatz sitzt. Als Ausgangspunkt taugt aber eine ähnliche Liste für fast alle.
- eine gut sitzende Jeans in dunkler Waschung
- eine Stoffhose mit geradem oder weitem Bein
- ein Blazer, der auch offen getragen gut aussieht
- zwei, drei Oberteile in ruhigen Farben, etwa eine Bluse und ein feiner Strickpullover
- ein Kleid, das sich mit flachen Schuhen und mit Absatz tragen lässt
- ein Mantel oder eine Jacke für die Übergangszeit
- bequeme Lederschuhe oder schlichte Sneaker
Wichtiger als die genaue Auswahl ist ein gemeinsamer Nenner. Halten sich die Basisteile an zwei oder drei Grundtöne, Marine, Camel und Weiß zum Beispiel, passt fast alles zusammen. Akzente setzen dann Tücher, Schmuck, eine farbige Tasche oder ein gemustertes Oberteil. Ehrlich gesagt ist das der Punkt, an dem die meisten Kleiderschränke scheitern. Sie sind nicht zu klein, sondern voller Einzelstücke, die jeweils ein eigenes Outfit verlangen.
Farben und Muster
Welche Farben einer Frau ab 50 stehen, hängt von Haut, Haar und Augen ab und nicht von einer Altersregel. Mit den Jahren verändert sich allerdings meist der Kontrast im Gesicht, weil die Haare heller oder grau werden und die Haut etwas blasser. Farben, die früher gut aussahen, können dann plötzlich hart wirken.
Schwarz direkt am Gesicht ist das bekannteste Beispiel. Es betont Schatten unter den Augen und Fältchen stärker als Dunkelblau, Anthrazit oder ein tiefes Grün. Verboten ist es deswegen nicht, als Hose, Rock oder Mantel ist Schwarz so praktisch wie eh und je. Am Oberkörper reicht oft schon ein heller Schal oder eine Kette, die etwas Abstand zwischen dunklem Stoff und Gesicht bringt.
Ein einfacher Test vor dem Spiegel bringt mehr als jede Farbtypberatung aus dem Netz. Man hält den Stoff bei Tageslicht unter das Kinn und schaut, ob das Gesicht frischer oder müder wirkt. Zu grauem Haar passen bei vielen Frauen klare Töne wie Kobaltblau, Beerenfarben oder kühles Rosa. Wer einen warmen Hautton hat, fährt mit Rost, Oliv und Senf meist besser.
Muster sind Geschmackssache. Kleine, regelmäßige Muster wirken ruhiger, große Drucke setzen ein Zeichen. Wer zwei Muster kombinieren will, ist auf der sicheren Seite, wenn beide eine Farbe gemeinsam haben.
Klug einkaufen: Kosten pro Tragen, Schneiderei, Secondhand
Klug eingekauft ist ein Kleidungsstück dann, wenn es oft getragen wird, und das lässt sich vorher grob ausrechnen. Man teilt den Preis durch die Zahl der Tage, an denen man das Teil voraussichtlich anzieht. Ein Wollmantel für 300 Euro, der fünf Winter lang an je 60 Tagen getragen wird, kostet pro Tag einen Euro. Eine Bluse für 40 Euro, die nach zwei Abenden aussortiert wird, kommt auf 20 Euro. Der günstigere Kauf ist in diesem Fall der teurere.
Unterschätzt wird auch die Änderungsschneiderei. Ein Hosensaum kostet je nach Stadt grob zwischen 10 und 20 Euro, eine enger gemachte Taille etwas mehr. Für eine Hose, die danach wirklich sitzt, ist das wenig Geld, gerade wenn man an die Teile denkt, die ungetragen im Schrank hängen, weil sie fast passen. Bei teureren Stücken lohnt es sich, die Änderung gleich beim Kauf einzuplanen.
Wer Qualität günstiger haben will, wird oft secondhand fündig. Wollmäntel, Blazer, Lederjacken und Seidenblusen gibt es in Secondhandläden und auf Plattformen häufig gut erhalten. Ältere Kleidung ist nicht selten solider gearbeitet als heutige Massenware, und mit den eigenen Maßen im Kopf lässt sich auch online gezielt suchen. Umgekehrt entlastet das den eigenen Schrank, denn was seit zwei Jahren nicht getragen wurde, findet anderswo vielleicht eine bessere Verwendung.
Häufige Fragen zu Mode für Frauen ab 50
Welche Mode ist für 50-jährige Frauen geeignet? Geeignet ist jede Mode, die gut sitzt und sich angenehm trägt. Bewährt haben sich Schnitte, die an der breitesten Körperstelle passen, Naturfasern oder hochwertige Mischgewebe und eine Grundgarderobe in wenigen Farben, die sich untereinander kombinieren lässt. Trends lassen sich darüber hinaus nach Geschmack einbauen.
Was zieht man mit 55 Jahren an? Mit 55 zieht man an, was zum eigenen Alltag passt. Für viele heißt das gut sitzende Jeans oder Stoffhose, Blazer, feiner Strick, ein vielseitiges Kleid und bequeme Lederschuhe oder Sneaker. Wichtiger als das Alter sind Passform, Material und die Frage, ob die Teile zueinander passen.
Welche Modefehler sind typisch für Frauen über 50? Der häufigste Fehler ist die falsche Größe, also Kleidung, die spannt oder zu weit fällt, weil man an der Größe von früher festhält. Ebenfalls häufig sind abgetragene Basics, die ihre Form verloren haben, ein schlecht sitzender BH und Schwarz direkt am Gesicht, das bei hellerem Haar schnell hart wirkt.
Welche Farben verleihen Frauen ab 50 eine frische Ausstrahlung? Das hängt vom Hautton ab. Bei grauem Haar und kühler Haut wirken klare Töne wie Kobaltblau, Beerenfarben oder kühles Rosa oft frisch. Bei warmem Hautton passen eher Rost, Oliv, Camel und Senf. Ein Stofftest bei Tageslicht unter dem Kinn zeigt am schnellsten, welche Farbe das Gesicht belebt.