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Blutflecken entfernen: Warum kaltes Wasser fast alles entscheidet
Blutflecken entfernen klappt fast immer, solange man sich an eine Regel hält und kaltes Wasser nimmt, kein heißes. Die meisten Flecken, die für immer bleiben, scheitern nicht am Blut selbst. Sie scheitern am 60-Grad-Waschgang oder am Trockner, also an der ersten gut gemeinten Reaktion. Hier steht, warum das so ist, was bei frischen und bei alten Flecken hilft und welche Hausmittel ihren Ruf verdienen.
Warum Blutflecken nur kaltes Wasser vertragen
Blutflecken dürfen nicht mit warmem Wasser behandelt werden, weil die Eiweiße im Blut bei Wärme gerinnen und sich dann fest mit der Faser verbinden. Blut besteht zu einem guten Teil aus Proteinen, allen voran dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Ab etwa 40 Grad verändern diese Eiweiße ihre Struktur, ähnlich wie ein Ei in der Pfanne, und aus einem löslichen Fleck wird einer, der im Gewebe festklebt.
Kaltes Wasser lässt das Eiweiß, wie es ist. Solange der Fleck nicht erhitzt wurde, lässt er sich deshalb meist ausspülen. Das gilt übrigens auch für den Föhn, das Bügeleisen und die Heizung, über die man das nasse Teil hängt. Alles, was Wärme an den Fleck bringt, bevor er raus ist, macht die Sache schwerer.
Ärger macht noch ein zweiter Bestandteil, nämlich das Eisen im Hämoglobin. Bei älteren Flecken bleibt manchmal ein bräunlicher Schatten zurück, obwohl das Eiweiß längst ausgewaschen ist. Dieser Rest verhält sich eher wie ein Rostfleck und braucht eine eigene Behandlung, die im Abschnitt über Flecken nach dem Waschen beschrieben ist.
Frische Blutflecken: die ersten Minuten zählen
Frische Blutflecken lassen sich am leichtesten entfernen, solange sie noch feucht sind. Je länger Blut in der Faser trocknet, desto fester setzt es sich, deshalb lohnt es sich, sofort zu handeln.
- Abtupfen. Überschüssiges Blut mit Küchenpapier oder einem sauberen Tuch aufnehmen. Reiben drückt das Blut tiefer ins Gewebe und macht den Fleck größer.
- Von hinten ausspülen. Das Kleidungsstück auf links drehen und den Fleck unter kaltes, fließendes Wasser halten. So spült das Wasser das Blut aus der Faser heraus statt hindurch.
- Vorbehandeln. Ein wenig Gallseife oder Flüssigwaschmittel auf den noch nassen Fleck geben, mit den Fingern sanft einarbeiten und zehn bis fünfzehn Minuten wirken lassen.
- Waschen. Danach normal in der Maschine waschen, wenn möglich mit einem Vollwaschmittel. Bei hartnäckigen Resten zuerst einen kalten Waschgang wählen.
- Vor dem Trocknen prüfen. Ist der Fleck noch zu sehen, kommt das Teil weder in den Trockner noch unter das Bügeleisen. Stattdessen die Schritte wiederholen.
Unterwegs reicht oft schon kaltes Wasser aus der Flasche und ein Taschentuch. Hauptsache, der Fleck bleibt feucht, bis man zu Hause richtig waschen kann. Ein kleines Fleckenspray für Eiweißflecken in der Handtasche ist für alle praktisch, die regelmäßig mit Nasenbluten, Kinderknien oder der eigenen Periode zu tun haben.
Eingetrocknete Blutflecken: in Stufen vorgehen
Eingetrocknete Blutflecken bekommt man meist noch raus, wenn man sie zuerst einweicht und sich dann vom milden zum starken Mittel vorarbeitet. Wer gleich zur stärksten Waffe greift, riskiert Farbschäden, die am Ende schlimmer aussehen als der Fleck.
Erste Stufe ist das Einweichen. Das Kleidungsstück für mindestens eine Stunde, besser über Nacht, in kaltes Wasser legen. Etwas Salz hilft dabei, gängig ist rund ein Esslöffel auf einen halben Liter. Das Wasser lockert das angetrocknete Eiweiß, sodass die folgenden Mittel überhaupt an den Fleck herankommen.
Danach dürfen Enzyme arbeiten. Die meisten Voll- und Colorwaschmittel enthalten sogenannte Proteasen, Enzyme, die Eiweiß in kleine Stücke zerlegen. Bei Blut ist das genau richtig. Ein Klecks Flüssigwaschmittel kommt direkt auf den Fleck, dazu etwas kaltes Wasser, und nach einer Stunde geht das Teil in die Maschine. Auf vielen Packungen stehen „Enzyme“ oder „Protease“ ausdrücklich bei den Inhaltsstoffen.
Bleibt ein Schatten, hilft Sauerstoffbleiche. Fleckensalz auf Sauerstoffbasis eignet sich für weiße und viele farbige Textilien aus Baumwolle oder Synthetik. Vorher an einer unauffälligen Stelle testen, an der Innenseite des Saums zum Beispiel.
Die letzte Stufe ist Wasserstoffperoxid, und zwar nur für Weißes. Dreiprozentiges Wasserstoffperoxid aus der Apotheke zersetzt Blutreste sehr wirksam, man sieht es auf dem Fleck schäumen. Es bleicht aber auch Farbe aus und gehört deshalb nur auf weiße Baumwolle oder Leinen. Kurz wirken lassen, dann gründlich ausspülen.
Hausmittel im Check
Nicht jedes Hausmittel, das gegen Blutflecken empfohlen wird, hilft auch. Einige wirken gut, andere schaden eher, und ein paar halten sich nur, weil sie in jedem Forum wiederholt werden.
- Salz hat sich zum Einweichen alter Flecken bewährt, weil es angetrocknetes Blut lockert. Auf empfindlichen Farben vorher testen.
- Gallseife gehört zu den besten Helfern, weil sie Fett und Eiweiß löst. Nur kalt verwenden und gründlich ausspülen.
- Natron und Backpulver taugen als Paste mit kaltem Wasser für Polster und Matratzen, weil sie den Fleck aufsaugen. In der Waschmaschine bringen sie kaum zusätzlich etwas.
- Zitronensaft hilft gegen den bräunlichen Eisenrest alter Flecken, weil die Säure Rost löst. Auf Farbigem kann er aufhellen, also nur auf Weißem oder nach einem Test.
- Stärke aus Kartoffeln oder Mais wird mit Wasser zu einem Brei verrührt, auf das Polster gestrichen, getrocknet und abgebürstet. Das ist die Methode für Stoffe, die nicht in die Maschine dürfen.
- Aspirin wird in Foren seit Jahren empfohlen, eine belegte Wirkung gegen Blut gibt es aber nicht. Gallseife oder Flüssigwaschmittel sind zuverlässiger.
- Chlorbleiche lässt man besser weg. Sie kann mit dem Eisen im Blut gelbliche Verfärbungen erzeugen und greift Wolle, Seide und Elasthan an.
Blutflecken nach Material entfernen
Welche Methode passt, hängt vom Stoff ab, denn nicht jede Faser verträgt Enzyme, Bleiche oder Reiben.
Baumwolle und Leinen sind am unkompliziertesten. Sie vertragen kaltes Einweichen, Gallseife, Vollwaschmittel und bei Weißem auch Wasserstoffperoxid. Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche, die sonst bei 60 Grad gewaschen werden, sollten trotzdem zuerst kalt vorbehandelt werden.
Jeans sind robust, verlieren bei aggressiven Mitteln aber schnell Farbe. Hier lieber zweimal mit Gallseife und kaltem Wasser arbeiten als einmal mit Bleiche.
Wolle und Seide bestehen selbst aus Eiweiß, und genau das wird zum Problem. Enzyme, die Blut abbauen, greifen auch diese Fasern an. Vollwaschmittel ist deshalb tabu, stattdessen kommen kaltes Wasser und ein Woll- oder Feinwaschmittel ohne Proteasen zum Einsatz. Bei Seide hilft vorsichtiges Tupfen mit etwas Wasser. Teure Stücke gibt man besser gleich in die Reinigung und sagt dort dazu, dass es Blut ist.
Matratzen und Sofas lassen sich nicht unter den Wasserhahn halten. Man tupft den Fleck mit einem kalt angefeuchteten Tuch, trägt eine Paste aus Stärke oder Natron auf, lässt sie trocknen und saugt sie ab. So wenig Wasser wie möglich verwenden, damit nichts in die Polsterung zieht und dort Ränder oder Stockflecken hinterlässt.
Leder verträgt kaum Feuchtigkeit. Frische Flecken vorsichtig mit einem feuchten Tuch abnehmen und den Rest einem Lederreiniger überlassen.
Fleck nach dem Waschen noch da?
Ist ein Blutfleck nach dem Waschen noch sichtbar, ist er meist nicht verloren, solange das Teil nicht im Trockner war. Also nicht bügeln, nicht trocknen, sondern noch einmal kalt einweichen und mit Waschmittel oder Gallseife vorbehandeln.
Bleibt ein bräunlicher, rostartiger Schimmer, steckt meist das Eisen dahinter. Zitronensaft oder ein Rostfleckenentferner lösen ihn, bei Weißem auch Wasserstoffperoxid. Bei farbigen Stoffen vorher an einer verdeckten Stelle ausprobieren.
War das Kleidungsstück schon im Trockner oder in der heißen Wäsche, sitzt das Eiweiß in der Regel fest in der Faser. Mehrere Durchgänge mit enzymhaltigem Waschmittel holen manchmal noch einiges heraus, versprechen kann das niemand. Bei teuren Stücken ist dann die Textilreinigung die bessere Wahl, auch weil man dort mit Mitteln arbeitet, die es für zu Hause nicht gibt. Ein Shirt für zehn Euro dagegen darf man nach dem dritten Versuch ruhig zum Putzlappen erklären.
Häufige Fragen zum Blutflecken entfernen
Wie entferne ich Blutflecken von Kleidung? Frische Blutflecken von Kleidung entfernt man mit kaltem Wasser, am besten von der Rückseite des Stoffes aus. Danach etwas Gallseife oder Flüssigwaschmittel einarbeiten, kurz wirken lassen und normal waschen. Warmes Wasser, Bügeln und den Trockner meiden, bis der Fleck vollständig raus ist.
Wie entferne ich Blutflecken aus einem Kopfkissen? Bei einem Kopfkissenbezug den Bezug abziehen und wie Kleidung kalt ausspülen und vorbehandeln. Ist das Kissen selbst betroffen, den Fleck mit kaltem Wasser und etwas Gallseife abtupfen. Waschbare Kissen anschließend nach Pflegeetikett waschen und vollständig trocknen lassen, damit sich kein Stockfleck bildet.
Wie entferne ich Blutflecken von meinem Sofa? Blutflecken auf dem Sofa zuerst mit einem kalt angefeuchteten Tuch abtupfen, ohne zu reiben. Dann eine Paste aus Speisestärke oder Natron und kaltem Wasser auftragen, trocknen lassen und absaugen. Bei Leder- oder Samtbezügen vorher die Pflegehinweise des Herstellers prüfen.
Wie entferne ich Blutflecken von der Matratze? Auf der Matratze mit möglichst wenig kaltem Wasser arbeiten. Den Fleck abtupfen, eine Paste aus Stärke oder Natron auftragen, trocknen lassen und absaugen. Bei alten Flecken kann man vorher etwas Salzwasser auftupfen. Danach die Matratze gut lüften, damit keine Feuchtigkeit in der Füllung bleibt.